Smarte Waffen im Internet der Dinge

Abb.:wikipedia/gemeinfrei

Unter dem „Interne der Dinge“ wird ein Netz verbundener Gegenstände verstanden, die mittels Computertechnologie miteinander kommunizieren können. Immer mehr Gegenstände des täglichen Lebens werden mit Mikroprozessoren versehen, gehen „online“ und stehen  miteinander in Verbindung. Smarte Wohnungen, smarte Verkehrssysteme und smarte Waffen machen die Welt des Ubiquitous Computing für uns immer sichtbarer.

Smart Homes

Jede Glühbirne, jeder Thermostat und jede Steckdose in einem Haushalt können heute über das Internet gesteuert und miteinander vernetzt werden. Es ist kein Zufall, dass Google mit 3,2 Milliarden US-Dollar in die Produktion smarter Thermostate und smarter Rauchmelder investiert. Diese internetfähigen Haushaltsgeräte werden über Handy und Apps gesteuert.

Auch beim Ambient Assisted Living (AAL) werden Wohnungen für  alte oder hilfsbedürftige Menschen so adaptiert, dass Technik sich auf die Lebensgewohnheiten der Bewohner einstellt und unterstützend auf Handlungsabläufe reagiert.

Ein Beispiel: Wenn ein Mensch jeden Tag zu einer bestimmten Uhrzeit aufsteht und das eines Tages überhaupt nicht tut, wird ein Notruf ausgelöst. Medizinische Hilfsdienste können informiert und aktiviert werden. Ein anderes Beispiel für smartes Wohnen ist die smarte Toilette, die sich an die Nutzerbedingungen anpasst und in Folge Gesundheitsdaten liefern könnte, indem Urin unmittelbar getestet wird.

Smart Objects

Wir kennen die smarte Kaffeetasse, die Opa an die Einnahme seiner Medikamente erinnert, die smarte Zahnbürste, die registriert, wie lange wir uns die Zähne putzen, den smarten Kühlschrank, der uns mitteilt, welche Nahrungsmittel ihr Ablaufdatum überschritten haben und die smarte Puppe, die mit unseren Kindern  spricht und zugleich von ihnen lernt. Nun treten weitere Protagonisten in das Internet der Dinge ein.

Die Rede ist von den Smart Rifles .

Abb.: wikipedia/gemeinfrei

 

Das smarte Gewehr

Das US-Unternehmen Tracking Point  hat das smarte Gewehr auf den Markt gebracht, wie unter anderem der Journalist Patrick Beuth berichtet. Das Gewehr ist mit einem Linux-Betriebssystem ausgestattet und ein WLAN-Modul macht es möglich, dass es sich mit dem Internet verbindet.

Mit dem WLAN-Server, der in das Gewehr integriert ist, kann ein Schütze jeden Schuss aufnehmen und das Video in Echtzeit an ein Tablet oder Smartphone übertragen, er kann diese Infos aber auch in den sozialen Netzwerken mit anderen teilen (So viele Treffer hatte ich!).

Ziele können markiert werden und an andere Smart Rifles weitergegeben werden, die sich allenfalls an Positionen befinden, die einen besseren Schusswinkel  aufweisen.

Smart Rifles und Manipulation

Smart Rifles sollen Jagdunfälle vermeidbar machen und im militärischen Bereich für Transparenz sorgen (wenn die Aktivitäten der Schützen dokumentiert werden, sei zum Beispiel klar, ob auf Zivilisten geschossen worden sei, oder nicht). Doch wie sicher sind die Systeme?

Betrachtet man etwa das Beispiel zunehmender Intelligenter Verkehrssysteme. In einem Hackersicherheitstest konnten Bremens eines Autos von Außen mittels eines fremden Computers deaktiviert werden, obwohl der Fahrer auf das Bremspedal trat.  Wenn sich diese Systeme also relativ leicht hacken und manipulieren lassen, so wird man Sicherheitsfragen in Bezug auf mögliche Manipulationen vernetzter Smart Rifles besonders prüfen müssen.

Was passiert, wenn Dinge sich auf Handlungsabläufe von Lebewesen einstellen und untereinander kommunizieren? Wenn Personen oder Tiere mit computergesteuerten Waffen betäubt oder erschossen werden sollen und der Auftrag im Internet der Dinge von einem Objekt kommt, das vielleicht in der Logik der Systeme nichts anderes tut, als für Effizienz zu sorgen?

 

Abb.: Wikipedia/gemeinfrei

 

©UBIFACTS/2014